YabbaDabba & Du

Musik durchbricht Barrieren und überwindet Grenzen

Mit dem neuen Musikkonzept setzt der Verein „Cent hinterm Komma“ einmal mehr ein kreatives Zeichen im Rahmen der Inklusion

YabbaDabba & Du

Vor zwanzig Jahren, als es den Begriff Inklusion in dieser Form noch gar nicht gab, war dessen Bedeutung bereits das zentrale Anliegen des Vereins „Cent hinterm Komma“ mit Sitz in Karlsruhe Durlach. Schluss sollte sein mit Spielplätzen für Behinderte oder mit Behindertenfreizeiten, Musikunterricht für Behinderten – schlicht mit all jenen „Sonder“angeboten für Menschen mit Behinderung die für mehr Absonderung, als der Zusammenführung dienten. Vielmehr galt es, den Alltag und das Leben zu öffnen für Menschen mit Handicap, sie selbstverständlich zusammen zu führen mit den scheinbar „Normalen“ in unserer Gesellschaft. „Behinderte brauchen keine Sonderangebote, so lautete bereits damals unser Motto“, erklärt Carsten de la Porte Gründer und mittlerweile Geschäftsführer des Vereins die Richtung in die es gehen sollte. Gemeinsam etwas ins Rollen bringen wollte man, wie es im Vereinsnamen bereits verankert war. Gemeinsame Ebenen schaffen, Begegnungen ermöglichen auf Augenhöhe, die Unterschiedlichkeit der Menschen zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen. „Anders ist normal“, so einfach ist das.

Hiervon zeugt auch das aktuelle Musikprojekt des Vereins das aktuell gerade an den Start geht - „YABBA DABBA & DU“. Gemeinsam entwickelt mit der Musikschule „Intakt“ aus der Karlsruher Oststadt werden Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap bis 16 Jahren gemeinsam musizieren. Grundgedanke ist dabei der Spaß und das Entdecken von eigenen Talenten. Nicht nach strikter Vorgabe, wie etwa „mein Kind muss Klavier lernen, egal wie“, soll die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst herausfinden wobei sie Spaß finden. „So widersinnig wie das klingen mag, aber im schlimmsten Fall haben wir in den Gruppen nur behinderte Kinder oder nur Kinder ohne Beeinträchtigung und es vermischt sich nichts“, so Carsten de la Porte der Geschäftsführer von Cent hinterm Komma zum inklusiven Ansatz und seinem Risiko. Man wolle die Gemeinschaft und man sei vorbereitet auf jedes Kind – ob im Rollstuhl oder gehörlos, ob blind oder verhaltensauffällig.

Michel am Keyboard

Die verschiedenen Aufgabenbereiche und -schwerpunkte ermöglichen die Umsetzung eines vielfältigen und ganzheitlichen Angebotes für Kinder mit und ohne Handicap. Durch bewusst umgesetzte Ressourcen- und Stärkenorientierung können alle Projektteilnehmer an ihrem individuellen Entwicklungsstand abgeholt und auf dem Weg der Entfaltung begleitet werden. Angefangen bei impulsbegleiteten Experimenten bis hin zu Bandleading wird das Team der Musikschule INTAKT die Kinder unterstützen. Durch die pädagogische Berufsausbildung des Teams wird nicht nur die musikalische Bildung geschult sondern auch die soziale Kompetenz der jungen Musikanten nachhaltig geprägt. Eine anfängliche Kennenlernphase wird durch eine Phase der Erfindung und des Entdeckens abgelöst und endet in einem erfolgreichen Gruppenerlebnis. Die Kinder haben die Möglichkeit ihre eigene Vielfältigkeit und auch die Vielfalt der Instrumente zu entdecken und zu erforschen. Im zweiten Projektschritt werden die Interessen der Kinder herausgearbeitet und das Interesse am jeweiligen Instrument gestärkt. Durch individuelle Anerkennung können die Kinder wachsen und sich etablieren. Nach diesem Selbstfindungsprozess wird jedes Kind aufgrund seiner Vorlieben in eine gemeinsame Band eingebunden. Als Individuum hat jeder Teilnehmer seine tragende Rolle und Wichtigkeit in der Gruppe. Durch diese inklusive und nachhaltige Zusammenführung wird die Musik als Medium zum Durchbrechen von Barrieren genutzt.

Basis in Karlsruhe, Satelliten im Landkreis

„Es geht um die offene Willkommenskultur, die wir vermitteln möchten“, so de la Porte über den Charakter der entstehenden Gruppen. Gemeinsam mit dem Behindertenkoordinator im Landkreis und Jutta Stallbommer, Leiterin der Sozialplanung Behindertenhilfe im Landkreis erstellte man auch einen Förderantrag bei der der Landesstiftung Baden-Württemberg und dem dort ansässigen Förderprogramm „Impulse Inklusion“ und bekam prompt auch den positiven Bescheid. „Die Interessen der Verantwortlichen im Landkreis und unsere Intension waren von Anfang an deckungsgleich“, so de la Porte über die bereits in der Vorbereitung sehr enge Kooperation. Nun gelte es möglichst viele Projektpartner zu finden, die das Konzept in ihren Gemeinden umsetzen. Schließlich, so de la Porte weiter, wolle man den Nachhaltigkeitsgedanken fördern und langfristige Angebote etablieren. „Und vielleicht gründen wir dann überall Bands und veranstalten ein großes Festival“, so der 49 jährige, der selbst lange Jahre aktiv Musik gemacht hat. Aber auch dem durchaus ausbaufähigen Freizeitangebot im Landkreis für Kinder und Jugendliche mit Handicap soll damit entgegengewirkt werden. Das Konzept kann nahtlos und losgelöst vom Standort umgesetzt werden und soll für die Teilnehmer auch machbare Wege zum Proberaum ermöglichen.

Jedem Kind ein Instrument auf Kreta

Bereits jetzt hat man Kontakte zu einem Musikpädagogischen Team in Heraklion auf der griechischen Insel Kreta geknüpft. Während eines einwöchigen Aufenthaltes dort, bei dem „Cent hinterm Komma“ verschiedene Hilfsprojekte kennenlernte, stieß man auf ALEA, einer Gruppe von Musikpädagogen, die genau diesen Ansatz in verschiedenen Einrichtungen vor Ort umzusetzen versuchen. Die Lehrer gehen in Einrichtungen und nutzen das Medium Musik als pädagogische Grundlage zur Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen. „Es gibt ja bekanntlich keine Zufälle, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt begegnet sind“, fasst de la Porte die Eindrücke zusammen. „Worin auf Kreta nun aber die Schwierigkeit besteht ist nicht mangelndes Interesse oder Expertise, sondern schlichtweg das Handwerkzeug – Instrumente“. Deshalb ruft Cent hinterm Komma parallel dazu auf, gut erhaltene und funktionstüchtige Instrumente zu spenden, die dann beim nächsten Transport auf die Insel gebracht und sinnvoll verwendet werden. Anfragen bitte direkt an den Verein - Kontakt

Spenden Sie an:
Cent hinterm Komma e.V.
BBBank Karlsruhe
IBAN: DE63 66090800 00 1199 1990
Verwendungszweck: Yabba Dabba und Du

Projekt-Partner